Istrien Adventure Tour

Anreise nach Udine 6. 6. 2019

Pünktliche Abfahrt um 12:25h, nach Wagenstandsanzeige richtig eingereiht, Plätze eingenommen und Zugfahrt genossen. Um 18:15h kommen wir pünktlich in Udine an. Gut das ich meinen Kindle mitgenommen habe. Der Thriller “deamon” von Daniel Suarez fesselt mich fünf Stunden.

Nach Pizza, Ravioli und Gnocci einen kleinen Rundgang durch die Stadt, in der Gelateria Luca gab es noch eine leckere Eisverkostung

Übernachtung B&B Hotel Udine

Tag 1

Udine – Sistiana 70 Kilometer

Erste Pause nach 25 Kilometer in Palmanova, ein einmaliger Stadttyp mit neunzackigem perfekt symmetrischem Sterngrundriss und großem Hauptplatz mit Dom

Mittagessen in einem netten Lokal in Cervignano wo wir alle mit Thunfischsalat verköstigt wurden. Das WC war nicht gerade nach meinen Geschmack, eine Muschel konnte ich nicht finden. Bemerkenswert, eine Speisekarte gab es nicht, die Kellnerin versucht uns per italienisch, englisch und Gesten mitzuteilen was zu haben ist. Damit es einfacher wird bestellten wir alle das gleiche.

Wir sehen das Meer, wir sind in Italien… Leider schlechte Radwege, immer wieder Schotterwege mit großen Löchern, auch die erste große Steigung zum Hotel auf schmaler Landstraße war eine Herausforderung, dafür gerötete Stellen an Knie und Unterarmen, Sonnenbrand gibt’s. Ein kleiner Verseher beschert uns noch ein paar Zusatzkilometer (links Abbiegung übersehen). Die Zimmer im Hotel sind sehr schön, aber kein Restaurant, der Rezeptionist empfiehlt uns ein sehr gutes Lokal, auch der Wein und das Essen ausgezeichnet. Christoph geht gleich danach Match schauen, wir machen noch einen größeren Abendspaziergang und genießen den Sonnenuntergang am Strand von Sistiana.

Unterkunft Hotel Hotel Alla Dolina

Tag 2

Sistiana – Lucija 64 Kilometer

Ein sehr gutes Radwetter. Wie vereinbart starten wir zu sechst. Josef und Gabi kommen nach. Mein Backup – Guide fällt unvorhersehbar aus. Gabi setzt die Tour fort, Josef muss leider abbrechen. Unvorhergesehen müssen wir auf Gabi neben eines Tontauben -Schießclubs warten. Man wundert sich zwar, warum da plötzlich sechs Radler in der ehrenwerten Clubgesellschaft auftauchen, aber die Vereinschefin übernimm sofort das Ruder. Wir bekommen Getränke zum Clubpreis und obwohl wir kein Wort italienisch sprechen schaffen es die Damen doch rauszufinden, dass es sich hier um ein Chartity Event für Babies mit Herzfehler handelt. Wir spenden da gleich mal, das Dankeschön mit Applaus folgt von der Chefin persönlich über die Boombox. Plötzlich kennt uns jeder und ein Ständchen wird gesungen. Iris wird noch dazu mit einem Clubleiberl beschenkt. Sie wird damit in die Welt radeln.

Arbeitsauftrag für Hans, gesichtet in Lucia, die Lok ist gebaut nur aus Fahrradteilen.

Die Radwege sind abwechslungsreich, durch Triest eine Feinstaubbombe durch den Tunnel ein Alptraum . Zig Straßenkilometer am Bankett, den Streit um die Straßenrecourcen verlierst du immer. Aber dann kommt doch noch der neu errichtete Küstenradweg. Den Trend zum “aktive” Urlauber scheint man hier erkannt zu haben. Die neuen Radreisekataloge weisen die Strecke als Trendsetter aus.

Die gebuchte Unterkunft finden wir auf “booking.com” nicht mehr. Zweifel kommen auf, ob mit der Herberge alles in Ordnung ist, wir versuchen anzurufen, es meldet sich niemand. Es klappt dann doch noch, wir werden zurückgerufen, wir sind beruhigt. Es gibt kein Frühstück aber wir sind froh ein Bett vorgefunden zu haben.

Unterkunft Flamingo Rooms

Tag 3

Lucija – Porec 52 Kilometer

Manchmal ist das gedacht leichte schwerer – als das geplant schwere

Heute haben wir einiges hinter uns, ich wollte den Track mit weniger Hauptstraße anpassen, aber das Vorhaben ist zum Abenteuer ausgeartet. Wir sind uns alle einig, das ist eben gerade das “Besondere” an so einer Tour, man erlebt das was man sonst nicht erwartet.

Tja so ist das eben einmal, nachdem wir die Computer- Routing- Kompetenz anzweifelten, ändere ich die Route, und wollte weniger Straßenkilometer….. Es wurde dann anstrengend, steinig, feucht und länger. Immer wieder die gleiche Lehre, fahre die Route so wie geplant.

Zur Belohnung gab es heute ein Hotel mit Pool und Strand, ein ausgezeichnetes Abendbuffet und eine längere Stadtrunde mit Bummelzug und Abendspaziergang mit Sonnenuntergang am Meer.

Unterkunft Pical Sunny Hotel by Valamar

Tag 4

Porec – Pula 77 Kilometer

Heute war der härteste Radtag. Wenn dir das Meer die Zunge zeigt wird es eng. Wenn man nach Pula radelt muss man den Limskikanal umrunden. Das heißt zwei Kilometer steil bergab und bergauf am Steigungslimit. Endlich oben versuche ich mich wieder zu regenerieren, sehe aufs Handy, WhatsApp Überraschung, Christoph hat einen Platten. Bei der Routenführung habe ich meist eine gute Wahl gefunden. Nur einmal hat mich ein Schotterweg überrascht, der ist auch Christoph zum Verhängnis geworden, Materialüberlastung.

Einen Platten bei Christoph……. 2km schieben ins nächste Cafe bei 31 Grad, Sand – Schotter- Riesenbaustelle- Strasse bekommt neue Asphaltschicht, Staub und Umleitung nicht beachtet……

Es empfiehlt sich immer etwas zu trinken beim Radfahren dabei zu haben. ????

Angenehm überrascht waren wir bei der Ankunft in Pula, das Hotel war im historischen Teil der Altstadt beim Hafen neben dem Amphitheater. Die Küche war mit 2 ** ausgezeichnet, wir genossen dort ein erstklassiges Abendessen.

Unterkunft Hotel Amfiteatar

Tag 5

Pula nach Venedig Fähre
Autofähre Tronchetto – Lido
Fährlinie Lido – Punta Sabbioni

Heute wollen wir mit der Fähre von Venezia Lines nach Venedig. Es sind 150 Seekilometer die wir mit der 4000 PS starken Deutz Turbine mit ca 50kmh zurücklegen. Der Check- in fühlt sich wie beim Flughafen an. Auch die Räder finden seinen Platz im nirgendwo.

An Bord versuchen wir herauszufinden wie wir ab der Anlegestelle in Venedig mit unseren Rädern weiterkommen. Es müsste irgendwie gehen nach Punta Sabbioni zu gelangen. Definitiv weiß das niemand, dürfte wohl nicht üblich sein mit dem Rad zu reisen. Unsere Räder sind die einzigen Bikes an Bord.

Dass dieser Tag so viele Überraschungen zu bieten hat, konnten wir nicht erahnen. In Venedig durch die Passkontrolle (EU Aussengrenze) mit den Rädern, war schon ein interessanter Anfang. Wir machen uns schlau, wie wir nach Punta Sabbioni kommen…….wir müssen zur Autofähre Tronchetto…… In Venedig darf man zwar nicht mit dem Rad fahren, doch ich will trotzdem die zwei Kilometer treten. Aber die Damen steigen par­tout nicht auf, es wird mir zu bunt, deshalb frage ich einen Herrn in Uniform vom Wachdienst. Der greift sich auf den Kopf und wundert sich warum wir da die Räder schieben. Auf der riesige Autofähre stehen ca. hundert Auto und neun Räder, unsere und zwei andere haben sich auch noch auf die Fähre verirrt. Aber leider ist die Endstation Lido und nicht Sabbioni (falsche Insel). Christoph hegt Zweifel an unserer Planungskompetenz.

Punta Sabbione – Caorle 55 Kilometer

Wieder fragen wir uns durch, und erfahren so, dass wir im Zentrum in ein kleines Boot umsteigen müssen. Das machen wir dann auch, dabei gab es ein paar Unstimmigkeiten mit dem Linienpersonal ( no bikes, next boat in 30 min.) Die Fahrkarte ist nur 45 Minuten gültig und die erste Fähre war dann doch zu klein und nahm uns nicht mit. Nach einer Stunde kam dann endlich die größere Fähre, um 16:00h sind wir dann in Sabbioni angekommen. Nun hatten wir noch 55 Kilometer zu radeln. ….zu guter letzt verliert sich unsere geplante Route in einem Wiesenwald. Christoph unser Vorreiter radelt die fünf Kilometer durch. Wir haben etwas mehr Glück, da ich einen Abbieger übersehe und somit am Asphalt bleibe. Selbst die zwei Kilometer länger, fallen da nicht sonderlich ins Gewicht. Um 19:30h haben wir es endlich geschafft und wir schlendern auf der Strandpromenade durch Caorle. Die reservierten Liegestühle vom Hotel konnten wir nicht mehr nutzen, ein erfrischendes Fußbad im Meer ging sich aber doch noch aus.

Unterkunft Hotel Fortuna

Tag 6

Caorle – Udine 83 Kilometer

Morgens, es sieht gut aus, heute bis Udine steht am Plan. Zum Glück haben wir Rückenwind. Eine Baustelle beschert uns eine fünf Kilometer lange Umleitung. Schon zu mittag haben wir 45 Kilometer hinter uns. Christoph ist vorgefahren, diesmal hat er das gute Mittagessen in der Raststation verpasst. Das uns danach ein paar Feldwege den Tag versauen, konnten wir nicht wissen. Eine überflutete Bahnunterführung lud zum Bad ein. Nach 82 Kilometer trudeln wir im Hotel Capri Udine ein.

Unterkunft Hotel Capri

Tag 7

Udine – Malborghetto 96 Kilometer

Mein Plan die 100 Kilometer auf einer halbwegs guten Fahrbahn zu absolvieren wurde morgens durchkreuzt. Christoph und die Gruppe entschieden sich für die schlechteste Option. Ein 40 Kilometer langer Feldweg. Hundemüde kommen wir mittags in Venzone an, da machen wir schnell eine Pause, Mittagessen, so und wer macht jetzt noch die paar Höhenmeter bis Malborghetto ???? Christoph macht mit, ab nun sind wir zu zweit. Die Pracht vom CAAR “Cyclovia Alpe Adria Radweg” bleibt für alle anderen verborgen. Wir genießen Europas top Radweg bergauf bis Malborghetto .

Der Rest der Gruppe entscheidet sich für die Bahnfahrt nach Tarvisio und radelt zurück bis nach Malborghetto ins Hotel.

Unterkunft Hotel La Baita

Tag 8

Malborghetto – Villach 47 Kilometer

Unser letzter Radtag. Nur noch 45 Kilometer bis nach Villach. In Tarvisos Markthalle lege ich mir eine neue Geldbörse zu. Rasant geht es bergab, Arnoldstein erreichen wir erst um 13:00h. Unser Ristorante Bella Italia finden wir mit einem kleinen Umweg. Ganze 1.5 Stunden dauerte unser Dinner. Küche und Kellner bewegten sich im Schneckentempo. Der Rest der Strecke verlief wie erwartet ohne Hindernisse. Und in Villach kam dann doch noch der Klassiker, am Navi plötzlich keine Karte, mann sollte doch auf die Österreich Karte wechseln.

Am Abend Heimreise per Bahn

Conclusio:

Eine extravagante Tour mit vielen Highlights. Im positiven und auch einiges im negativen Sinn. Der enorme stinkende Verkehr in Monfalcone und Triest. Durch den Tunnel in Triest mit dem Rad, unglaublich, noch dazu hinter zwei Fußgeher im Schritttempo. Die Strände von Koper, Umag, Porec sind natürlich was ganz “Besonderes”. Die Brücke über die Mirna, da muß man mal darüberradeln. Auch schwierige Schotterwege haben seinen Reiz. Gute Kondition ist Voraussetzung für so eine Strecke. Mit den Bummelzug nach Porec Altstadt, durfte auch nicht fehlen. Die Zungenspitze vom Limskikanal mit der langen Steigung, es hat gereicht. Viele Streckenabschnitte sind nur mit einem Mountainbike befahrbar. Unsere Trekking-Räder waren nicht immer dafür geeignet. Das Übersetzen mit Fähre nach Venedig und dort umsteigen nach Punta Sabbione über den Lido, das war nicht gerade was alltägliches. Diese Tour wird immer in Erinnerung bleiben.